🇩🇪 Deutsche Einzelmeisterschaften 2026
Bei den Deutschen Ju-Jutsu-Meisterschaften der U21 und Erwachsenen vom 26.-28.06.2026 im rheinländischen Erkelenz waren alle deutschen Landesverbände vertreten. Etwa 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet, um sich in den Disziplinen Fighting, Duo und BJJ zu messen. Neben der Bergener Athletin Julia Paszkiewicz waren auch der bayerische Landestrainer und Bergener Abteilungsleiter Lukas Bombik, wie auch der oberste Kampfrichter des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes, Korbinian Herzog zur Meisterschaft angereist. Die lange Anreise im Vereinsbus bedeutete für die Jujutsukas aus Bergen direkt die erste Herausforderung. Denn ohne Klimaanlage und bei Temperaturen von knapp 40°C erschwerte der dichte Reiseverkehr die Anfahrt zusätzlich.
Im Ju-Jutsu-Kampfsport hatte sich die Athletin Julia Paszkiewicz bereits in der Disziplin “Duo” einen Namen gemacht und mit Welt- und Europameistertiteln zu einer der weltbesten Athletinnen entwickelt. Bei dieser Meisterschaft stellte sich Paszkiewicz ihren Gegnerinnen in der Disziplin “Fighting” und traf gleich zu Beginn auf Anhelina Hrebenko (Ju-Jutsu Verband Baden e.V.), welche auch international für die Ukraine an den Start geht und dabei regelmäßig um die Medaillen kämpft. Gegen Hrebenko musste sich Paszkiewicz nach gutem Start mit Punkten durch deren starke Fausttechniken letztlich doch durch Full Ippon (technische Überlegenheit) vorzeitig geschlagen geben. Bei der finalen Wurftechnik der Ukrainerin erlitt die Bergenerin zudem eine Augenhöhlenverletzung, welche sich im Nachgang als Augenhöhlenfraktur herausstellte – was sie jedoch in dem Moment nicht vom Weiterkämpfen abhielt.
Nach einem Freilos in der anschließenden Trostrunde zeigte Paszkiewicz im nächsten Duell gegen Sabine Gertrud Horsten (Nordrhein-Westfälischer Ju-Jutsu Verband e.V.) eine sehr konzentrierte und taktisch reife Leistung. Gerade im ersten Kampfabschnitt (Part 1) konnte Paszkiewicz die erfahrene Judoka mit präzisen Faust- und Fußtechniken auf Abstand halten und gewann letztlich verdient mit deutlichem Punktevorsprung.
Im abschließenden Duell gegen ihre bayerische Verbandskollegin Madlen Schuster aus Schwandorf ließ Paszkiewicz nichts anbrennen. Immer wieder punktete Paszkiewicz mit starken Fausttechniken und sicherte sich durch einen starken Wurf mit anschließender Haltetechnik einen souveränen vorzeitigen Full Ippon-Sieg und damit die verdiente Bronzemedaille.
“Das war eine wirklich starke Leistung, viel Willen und Durchhaltevermögen. Und das bei Temperaturen von bis zu 38 Grad in der Halle”, freut sich der stolze Landestrainer Lukas Bombik mit Julia Paszkiewicz über den mehr als verdienten 3. Platz.
Zum Abschluss des Turniers zeigte sich, dass sich der bayerische Landesverband (JJVB) - knapp hinter dem hessischen Landesverband - den 2. Platz in der Länderwertung erkämpft hatte.