(Von Dirk Misselhorn) Ein traumhafter gemeinsamer long run der Trailrunner mit vielen Höhenmetern und einigen Badepausen
Eigentlich viel zu selten machen wir vom Trailrunning neben unserem wöchentlichen Lauftreff gelegentlich auch einen gemeinsamen langen Lauf. Dann meist in einer besonderen Gegend oder mit einem besonderen Ziel. Ende Juli war es mal wieder so weit, und dieses Mal standen sowohl eine besonders schöne Gegend als auch ein besonderes Ziel auf dem Programm: die Umrundung des Königssees.
Wie so oft in diesem Jahr, war das Wetter Ende Juli wahrlich sommerlich und Temperaturen bis 30° vorhergesagt. Daher trafen sich die 10 TeilnehmerInnen schon kurz vor 6 Uhr am Parkplatz Schönau (600m), um den langen initialen Anstieg über die Königsbach- und Priesbergalmen hoch zum Seeleinsee möglichst früh zu bewältigen. Die Temperaturen hielten sich so auch in Grenzen und die herrlichen Ausblicke auf den Königssee, den Watzmann und das Steinerne Meer konnten wir uneingeschränkt genießen. So machten auch nicht viele von der ersten Möglichkeit einer nachhaltigen Erfrischung im viel zu leeren Seeleinsee Gebrauch, bevor wir das Hochgeschirr, mit seinen 1960m der höchste Punkt der heutigen Tour, erklommen. Über den Landtalsteig, der durch wunderschöne Täler führte und immer wieder neue Ausblicke auf Obersee und Watzmann bot, waren die gewonnenen Höhenmeter aber auch rasch wieder abgebaut. Mit dem Erreichen des Obersees war auch die weitgehende Einsamkeit der Berge – bisher hatten wir trotz des Traumwetters nur recht wenige andere Aktive getroffen – jäh vorbei. So ließen wir die Fischunkelalm rechts liegen und reihten uns nach einer nur flüchtigen Erfrischung im Hintersee in den Menschenstrom ein, der uns zum Südufer des Königssee mitnahm.
Wir waren die ersten Gäste des Tages in der Rennerkaser Saletalm, deren vergleichsweise ruhige Lage wir genossen, um uns nach den ersten 22 km und 1400 hm zu stärken und die Flüssigkeitsspeicher im Körper und Laufgepäck wieder aufzufüllen. Der etwas versteckte und kaum genutzte Pfad, der uns vom dortigen Seeufer hinauf zum letzten Abschnitt der Saugasse führte brachte auch wieder die Abgeschiedenheit des Morgens zurück, da wir Berge, schattige Wälder und den See wieder ganz für uns allein zu haben schienen. Dieser Eindruck schwand zwar spätestens ab dem Schrainbachfall und vollends mit dem Erreichen des Eisbachgrieses, was aber angesichts der herrlichen Erfrischung, die das ausgiebige Baden im überraschend warmen Königssee hier brachte, keine Bedeutung spielte. Dadurch frisch gestärkt durchquerten wir die flache Halbinsel und die Masse ihrer Besucher im flotten Lauf und machten nur noch einen kurzen Fotostop vor St. Bartholomä, bevor wir uns mit dem Rinnkendlsteig in den letzten langen Anstieg des Tages begaben. Hierfür durften dann auch die tieferen Reserven mobilisiert werden, denn zu dieser Tageszeit stand das steile Westufer des Sees direkt in der Sonne. Doch die Ausblicke über den See, und auf die zurückgelegten Abschnitte über dem Ost- und Südufer des Königssees rechtfertigten allen Mühen, und standen dem letzten Rückblick nach St. Bartholomä von der Archenkanzel in nichts nach. Ein weiterer Zwischenstop auf der Kührointalm war unvermeidlich, bevor es wieder hinunter nach Schönau ging, wo wir zum Abschluss der Umrundung alle ein erneutes Bad an der Seeklause nahmen. Nach insgesamt 38km Strecke mit gut 2800 teils sehr sommerlichen Höhenmetern war dies eine gern mitgenommene letzte Erfrischung von der Heimfahrt nach Bergen.








