Die Ju-Justsu-Europameisterschaft wurde vom 13. – 21. März 2026 in Heraklion (Kreta) ausgetragen. Vom TSV Bergen standen Korbinian Herzog als Kampfrichter sowie Melina Fredlmeier in der Gewichtsklasse: -70 kg und Elias Wiedemann (U18, -77 kg) auf der Matte.

Melina Fredlmeier startete in der Gewichtsklasse -70 kg und traf auf ihrer ersten EM bei den Erwachsenen auf Veronica Lafuente Colas. Beide Athletinnen lieferten sich einen spannenden Kampf, in dem Fredlmeier mit starken Fausttechniken punkten konnte, bis die Spanierin kurz vor Kampfende disqualifiziert wurde und Fredlmeier in die nächste Runde vorrückte. Auch den folgenden Kampf gegen die unter neutraler Flagge startende Alina Gritsan, entschied Fredlmeier nach Punkten (23:14) verdient für sich.
Im Halbfinale stand Fredlmeier gegen Varvara Agapitou (Griechenland), spätere Europameisterin, auf der Matte. Obwohl sich Fredlmeier stark präsentierte und die Griechin forderte, unterlag Fredlmeier nach Punkten und zog damit in das kleine Finale ein. Im anschließenden Kampf um die Bronzemedaille zeigte sich die Erschöpfung aus den harten Kämpfen zuvor, womit Fredlmeier gegen Emma Lette (dreifache Weltmeisterin) aus Schweden das Nachsehen hatte und den Sprung auf das Siegerpodest verpasste und musste sich in diesem Jahr mit einem 5. Platz zufriedengeben. Nichtsdestotrotz eine beeindruckende Leistung für Fredlmeier, die sich bei ihrem ersten Auftritt bei der Erwachsenen-EM die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Herbst sicherte.
Wiedmann holt Bronze bei der Jugend-Europameisterschaft
In seinem zweiten Bundeskaderjahr stand Elias Wiedemann (U18, -77 kg) vom TSV Bergen in der ersten Begegnung Radulovic Nemanja aus Montenegro gegenüber. Die beiden Athleten lieferten sich einen spannenden Kampf, wobei sich Wiedemann mit seinen vielseitig starken Faust- und Fußtechniken nach Punkten (9:6) durchsetzen konnte. In der zweiten Runde musste sich Wiedemann dem späteren Europameister geschlagen geben. Der Belgier Sem Geluykens kämpfte taktisch klug und zog in der letzten Kampfminute am Freilassinger vorbei. In der Trostrunde wartete Maxence Chombart de Lauwe aus Frankreich auf Wiedemann. Wiedemann ließ sich durch die vorangegangene Niederlage nicht von seiner Marschroute abbringen und gewann diesen Kampf vorzeitig durch technische Überlegenheit (Full Ippon). Im vierten Kampf traf Wiedemann auf einen ebenbürtigen Gegner aus Bosnien. Milan Antunovic verlangte dem jungen Ju-Jutska aus Bergen alles ab. Laufend wechselte die Führung und beide Athleten nutzten jeden Fehler gnadenlos aus. Zum Ende der Partie bewies Wiedemann jedoch die besseren Nerven und entschied den Kampf mit einem knappen Punktevorsprung (13:11) für sich. Im kleinen Finale stand Wiedemann gegen den Griechen Dimitrios Makris-Georgios auf der Matte. Vom Bundestrainer Christian Bazant taktisch gut eingestellt konnte sich Wiedemann souverän gegen den starken Griechen durchsetzen und durfte sich erstmals über den Sprung aufs Siegerpodest und die Bronzemedaille bei einem internationalen Großevent freuen.
„Es ist toll zu sehen, dass sich nach den Austritten der erfahrenen Bergener Athletinnen und Athleten aus dem Bundeskader die jungen Topkräfte auch international beweisen konnten und direkt um die Medaillen mitkämpfen“, konstatiert der stolze Heimtrainer Lukas Bombik als Fazit zum ersten Höhepunkt des Jahres 2026.
WaS
